FOMO anyone?

Snapchat, Instagram, Facebook und mittlerweile sogar WhatsApp – die Storyfunktion ist endlich überall angekommen und Nutzer haben jetzt glücklicherweise die Möglichkeit vom morgendlichen Zähneputzen bis hin zum Butterbrotschmieren für den nächsten Tag alles mit ihren hochinteressierten Followern zu teilen. Und als wäre das nicht schon spannend genug, ermöglichen uns die Social Media Plattformen mit ihren Live-Funktionen nun auch brandaktuell und in Echtzeit vom eigenen Lunch zu berichten. Hurra!

Wo der wahre Nutzen für die Privatperson fraglich sein könnte, haben Unternehmen und ihre Marken eine ganz neue Chance, ihre Fans zu erreichen und in Echtzeit mit ihrem Content interagieren zu lassen. Gerade Instagram schafft es zunehmend, Unternehmen und Marken vom neuen Kommunikationstool zu überzeugen. Wir haben mal ein paar Anregungen zusammengestellt, wie Marken das Beste aus dem Live-Feature auf einer der Lieblingsplattformen der Millennials machen können:

1. Use FOMO to your advantage

Man könnte denken, Instagram’s Streaming-Funktion ist nur eine weitere Kopie von vergleichbaren Möglichkeiten auf Facebook, Snapchat und Co. Aber auch wenn der Apfel nicht zu weit vom Stamm gefallen ist, gibt es einen großen Unterschied: Im Gegensatz zu anderen Livestreams verschwinden die auf Instagram veröffentlichten Stories immer direkt nach dem Senden. Fluch oder Segen?

Gerade für Marken ist das wohl kaum ein Hindernis, denn immerhin hat gerade FOMO (Fear Of Missing Out) einen hohen Stellenwert bei den jungen Zielgruppen. Niemand will etwas verpassen. Jeder möchte der Erste sein, der etwas weiß. Marken müssen diese „Angst“ verstehen und zu ihrem Vorteil nutzen. Durch eine intelligente Vernetzung von Kommunikationskanälen kann so die gesamte Zielgruppe auf einen Kanal gelenkt werden, der dann exklusive Informationen oder Einblicke liefert, die sonst nirgendwo verfügbar sind. Und durch die Reaktionen der Zuschauer kann sofort erkannt werden, ob der Content Anklang findet oder nicht.

2. Stand out from the crowd

„Einzigartig“ ist mal wieder auf dem besten Weg Marketing-Wort des Jahres zu werden. Aber die Märkte sind zunehmend gesättigt, was es wichtiger denn je macht, die eigene Besonderheit wirklich herauszustellen. Die Flüchtigkeit der Live-Streams scheint da im ersten Moment wenig zu helfen, speziell um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Wie generiert man einen Buzz rund um einen Stream, der kurze Zeit später nirgendwo mehr abrufbar ist?

Für das Apple Music Festival in London hat die lokale Agentur Social Chain eine „Live-Schnitzeljagd“ ins Leben gerufen, die immer mal wieder verriet, wo denn mögliche Tickets versteckt sein könnten. Nutzer mussten dafür aber stets ein Auge auf den Account haben – denn nur wer den Live-Stream verfolgte, bekam die nötigen Hinweise und konnte die begehrten Tickets finden. Mit 11 Millionen Impressionen und einer Vielzahl an user-generated Content hat das kleine Spiel sowohl Online als auch Offline für viel Gesprächsstoff gesorgt.

3. Get them to join the action

Es spielt eigentlich keine Rolle, wie spannend eine Live-Story ist. Der wahre Erfolg wird immer am Engagement gemessen. Aber wie schafft es eine Marke, dass die oft recht passiven Follower tatsächlich auch selbst mal etwas machen? In dem sie sich etwas trauen! Student Problems, eine britische Website für Studenten, rief zu einem brillanten Wettbewerb auf, bei dem Follower um die geheimnisvollen Inhalte einer Schatztruhe buhlten. Auf dem Papier klingt es erstmal simpel, einen Live-Stream zehn Mal in Folge zu kommentieren. Muss man sich allerdings gegen Tausende von anderen Nutzern durchsetzen, wird die Aufgabe nahezu unmöglich. Insgesamt hat der Stream ein Gesamtpublikum von 1,4 Millionen Nutzern generiert, was zu 179.000 Engagements führte.

Für einen verhältnismäßig tollen Preis mussten die Nutzer kaum etwas tun. Das motiviert und sorgt für eine immense Anzahl an Menschen, die sich so mit dem Produkt oder der Marke direkt auseinandersetzen. Mit dem richtigen Anreiz für das richtige Publikum und durch die Tatsache, dass es ‚live‘ ist, fühlen sich die Leute somit fast schon gezwungen mitzumachen.


Live-Streaming steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt viel Raum für Wachstum und Experimente, weshalb es umso wichtiger für Marken und Unternehmen ist, auf dem Laufenden zu bleiben. Also immer nach den neusten Updates Ausschau halten und ruhig mal etwas ausprobieren. Kleinere Fehlversuche sind ja immerhin auch nach dem Stream gleich verschwunden. 🙂

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