Social Media Club

Wo war eigentlich Social Media im Wahlkampf?

Seit der Bundestagswahl sind einige Tage ins Land gegangen. Für den Social Media Club Hamburg am vergangenen Dienstag Grund genug, um rückblickend zu bewerten, wie viel Einfluss soziale Medien auf die Wahl hatten.

Dazu lud der Club Vertreter von CDU, SPD, Grüne, Piraten und FDP in das Gästehaus der Universität Hamburg in die Rothenbaumchaussee. Diese diskutierten dort dann teilweise hitzig darüber, ob und wie sie über Social Media ihre Wähler mobilisieren konnten. Das dies teilweise in Büttenreden ausartete, mag an den Nachwirkungen des Wahlkampfes gelegen haben.Continue reading

Guter Rat ist eben doch ein wenig teurer

Die vergangenen Tage haben es wieder einmal gezeigt, weshalb bei Werbekampagnen oder -spots besser auf selbstgeshootetes Bild- und Videomaterial zurückgegriffen werden sollte. So wurde durch eine Stuttgarter Werbeagentur Anfang der Woche aufgedeckt, dass FDP und NPD, und im Übrigen auch noch eine Medienagentur aus Finnland, die Videosequenz einer glücklich-radelnden Familie für ihre Werbespots genutzt haben. Dumm nur, dass die kostengünstigere Entscheidung der Parteien auch noch unterschiedliche Botschaften vermitteln soll. Einerseits soll die junge Familie für ein starkes Deutschland und andererseits für die Vorstellung einer guten Familienpolitik hinhalten.Continue reading

Über Demos, Randale, Tränengas und einenBettlerhut

Mehr als 7.000 Polizisten riegelten anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Athener Innenstadt ab. Steinwürfen seitens der Demonstranten wurde mit Tränengas, Pfefferspray und Blendgranaten begegnet. „Wir sind Partner und wir sind Freunde“, sagte die Bundeskanzlerin vor Ort. Wie das zusammengeht? Nun, Angela Merkel ist nun einmal das personifizierte Feindbild eines Teils der griechischen Bevölkerung. Zu Unrecht, wie hier zumindest weite Teile der Bevölkerung wissen. Und Angela Merkel gab vor Ort den Startschuss für deutsche EU-Projekte mit einem Volumen von 30 Millionen Euro. Dabei geht es um den Aufbau der regionalen Verwaltung und Verbesserungen im Gesundheitswesen. Das indes wirkt so, als werfe man bzw. frau einem Bettler eine 1-Cent-Münze in den Hut. Schlechtes Timing also. Zumal hierzulande prompt populistische Stimmen laut wurden, die zum Beispiel anmerkten, man/frau solle das Geld doch lieber den Alten in Deutschland geben, die nicht wissen, wie sie ihre Heizkosten bezahlen sollen und überhaupt diese faulen Griechen … Die Moral von der Geschicht‘: An der Spitze kann es man/frau beim besten Willen niemals allen recht machen, ob in Politik oder Wirtschaft.

Unterirdische Ideen in Down Under

Das Problem ist schnell gelöst: Ein paar üble Fotografien möglicher Erkrankungen auf die Packung gebracht und schon raucht keiner mehr – jawoll. Denkt der gemeine Aussie. In die Medien der Weltpresse hat er es damit geschafft, ob er die Köpfe von Rauchern und denen, die das Zeug dafür haben, erreicht, bleibt allerdings fraglich. Die Idee ist im Kern nämlich genauso alt wie unsicher in ihrer Erfolgsaussicht. Studien belegen, dass Rauchen bzw. Nichtrauchen mit allem zu tun hat – nur nicht wirklich mit der Frage der Verpackungsgestaltung. Nächster Punkt: Will eine Regierung wirklich massiv geringeren Tabakkonsum? Würde sich niemand ehrlich zu äußern … doch zurückgehende Griffe zur Zigarette reduzieren auch die Möglichkeiten, ins prall gefüllte Staatssäckel zur greifen – denn weniger Qualm heißt weniger Steuereinnahmen.

Ein Profiteur des Ganzen ist allerdings auszumachen: Der Hersteller von lustigen bunten Schatullen, Etuis oder anderen „Überziehern“. Denn auch wenn es den Raucher an sich nicht davon abhält, blauen Dunst zu produzieren – ein bisschen schicki darf’s schon ausschauen auf dem Tisch oder in der Handtasche.

Wie die Hygiene-Ampel uns Doofe vorm Crash rettet

Deutschland, Regelland. DIN-Normen ohne Ende, Formularwesen satt, Bürokratie XL. Alles geregelt? Mitnichten! Jetzt soll der gemeine (unmündige) Deutsche auch noch bei seiner Restaurantwahl an die Hand genommen werden … bzw. dahingehend bevormundet, wo es nach gewissen Kriterien am besten mundet. Klar, Mann und Frau ist ja auch zu doof, sich unabhängig von einem mehr oder weniger objektiven Bewertungsraster für den Lieblings-Griechen um die Ecke zu entscheiden. Mal ganz abgesehen davon, dass korruptive und anderen kriminelle Gedanken seitens der Gastronomen regelrecht befeuert würden.
Die Hygiene-Ampel, der Pranger der Neuzeit. Wo Online-Bewertungen nicht mehr ausreichen, muss ein großes schwarzes Schaf neben die Speisenkarte geklebt werden. Die Konsumentenschützer auf Deutschlands politischen Bänken sind sich noch uneinig, aber Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks – ein Schalk, der bei diesem Namen ein Programm wittert – will die Sache notfalls auch allein durchziehen.
Hey, danke für den Service. Bekommen wir denn in Kürze auch Empfehlungen, in welcher Straße es irgendwie besonders doof ist? Oder wo viele doofe Leute rumlaufen? Oder welche Zeitung doof und welche weniger doof ist? Wir werden wirklich für ganz schön doof gehalten …

Energieziele adieu?

Der Zeitplan für die Energiewende steht auf der Kippe. Zumindest haben Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Phillip Rösler Zweifel an der Nachdrücklichkeit der Planungen aufkommen lassen. Damit steht eines der Flaggschiffprojekte der Bundesregierung, dass von Altmaiers Vorgänger Norbert Röttgen angeschoben worden war, infrage. Begründung: Strom müsse für den Verbraucher bezahlbar bleiben. Und natürlich auch für die Unternehmen. Denn sonst könne die Energiewende zu einem sozialen Problem werden. Zu dieser Begründung mag man stehen wie man will. Zumal zeitgleich keine belastbaren Zahlen vorgelegt wurden. Häme aus dem Ausland, das das auf Fukushima zurückgehende ehrgeizige deutsche Treiben ohnehin kritisch beäugt hat, ist uns bei einer Abkehr von den Planungen gewiss. Und die Opposition erhält neues Futter. Doch ursächlich für eine Verzögerung bei der Realisation dürfte auch das weiterhin ungelöste Problem bei den Stromtrassen in Verbindung mit dem flächendeckend zu erwartenden Widerstand der betroffenen Anwohner sein. Die Nimby’s (not in my backyard) stehen einmal mehr für den Sand im Getriebe des Fortschritts, dürften sich aber gleichzeitig mehrheitlich zur Energiewende bekennen. Allez Stillstandsrepublik Deutschland?