Digitaler Nachgeschmack mit fruchtiger Note

Um neue Entwicklungen nicht zu verpassen, sollte man von Anfang an mit dabei sein. Dem folgend haben wir vorgestern bei der ersten digitalen Weinprobe teilgenommen, veranstaltet von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation. Was darf man sich darunter vorstellen? Haben wir etwa auf Buttons geklickt und 3D-Animationen einer Weinverkostung bestaunt? Nein, wir haben ganz altmodisch echten Wein getrunken. Neu und digital war der Kommunikationsweg. Teilnehmer an verschiedenen Standorten waren via Google+ Hangout, einem Videochat, verbunden und moderiert wurde das Event durch den Master Sommelier Hendrik Thoma, der uns die Kunst der Weinverkostung näher gebracht hat. Es gab einen Livestream, damit nicht nur die Teilnehmer der Premiere beiwohnen konnten, und Fragen wurden synchron über Twitter gestellt und beantwortet. Nach jedem Wein gab es ein direktes Online-Voting, wie viel wir dafür bezahlen würden. So sah man gleich, wie der edle Tropfen geschmacklich angekommen ist.

Die Sache hat eindeutig jede Menge Charme. Man kann neue Leute treffen, ohne sich zu treffen. Klingt widersprüchlich? Bis auf die Tatsache, dass man die anderen nicht anfassen konnte, war es als wären wir alle im gleichen Laden gewesen. Eine gesellige, witzige und spannende Runde, die durch die weiteren Social Media-Zutaten wie Twitter & Co. zu einer besonderen Erfahrung wurde. Fehlt eigentlich nur noch die App zur Weinverkostung. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie demnächst in Bus oder Bahn jemanden mit Smartphone in der einen und Weinglas in der anderen Hand treffen.

Schräge Trends aus dem Netz

Schon etwas von „Milking“ gehört? Nein? Das ist der neueste Trend im Internet. Menschen gießen sich dazu in der Öffentlichkeit Milch über den Kopf und verbreiten die selbst gedrehten Videos im Netz. Dabei dachten wir nach skurrilen Web-Trends wie „Planking“, „Batmaning“ oder gar „Horsemaning“ könnte uns nichts mehr überraschen. Bisher legte man sich stocksteif auf Gegenstände, baumelte spontan an der Decke oder fotografierte sich „kopflos“. Nun wird die Milchkanne zum Accessoire für angehende Online-Stars. Die eigene Freizeitgestaltung sollte letztendlich jedem selbst überlassen bleiben. Erste Kritiker betrachten „Milking“ jedoch eher als sinnlose Lebensmittelverschwendung. Wie auch immer man zu solchen Web-Trends stehen mag – sie zeigen in jedem Fall die enormen viralen Effekte sozialer Netzwerke. Und während wir noch über Sinn und Unsinn von „Milking“ und Co. grübeln, ist sicher bereits der nächste Hype unterwegs.

Smartphones, Pads & Co. – Gibt es neben dem Gaspedal auch ne Bremse?

Immer erreichbar, immer on – immer auf der Höhe? Keine Frage, Social Media-Features aller Couleur bestimmen mehr und mehr unser Leben. Die Welt strotzt nur so vor Technologien und dreht sich zunehmend schneller. Und das ist auch gut so. Zumindest in weiten Teilen. Denn auch hier – so unpopulär eine derartige Aussage scheint – sollte es Grenzen geben. Die muss sich allerdings jeder selbst setzen. Früher hieß es: „Wenn Du einen Freund brauchst, dann kauf Dir einen Hund.“ Heute loggst Du Dich kurz ein und stehst vor einer Millionenschar an „besten Bekannten“. Ist das aber in jedem Moment die richtige Idee? Kann ein „gutes Gespräch“ nicht auch ganz hilfreich sein in bestimmten Lebenslagen? Kann man Körper und Geist nicht auch mal eine Stunde oder mehr „runterfahren“? Entschleunigung ist das Zauberwort. Von der Community ungern gehört, von Ärzten und Apothekern dringend angeraten. Volkskrankheit Burnout, immer mehr Depressionen in der Gemeinschaft. Muss nichts damit zu tun haben – kann aber.
Also, teilnehmen am Leben von heute: ja. Aber dabei auch ein Talent entwickeln, im besten Sinne des Wortes abschalten zu können. Der Trend zum Zweitbuch soll sich Gerüchten zufolge immer noch halten … 😉

Bilder an die Macht

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ -  diese Weisheit wurde Generationen von Nachwuchsjournalisten in ihre professionelle DNA gebrannt. Und auch in der Ausbildung von PR-Menschen gehörte das Einmaleins des guten Pressefotos  zum Bildungskanon. Indes: Beide Berufsgruppen arbeiten traditionell lieber textlastig, sehen die bildliche Darstellung eher als Sahnehäubchen auf einem mit wohl gesetzen  Worten verfassten Beitrag.
Was sich mit  YouTube und flickr schon abzeichnete, ist spätestens mit der Blitzkarriere von Pinterest & Co zur Erkenntnis gereift: Das Bild übernimmt  immer mehr die Führungsrolle in der Kommunikation. Nicht umsonst erobern in jüngster Zeit immer wieder völlig irrelevante Straßen-Demos die News-Portale,  weil sich barbusige Blondinen in der ersten Reihe den Kameras entgegenstrecken. Auch Unternehmen haben schnell gelernt, wie sich Marken und Produkte auf den Bild-Communities in Szene setzen lassen, um von den Usern in die große weite Welt des Social Web gespielt zu werden.

Noch bleibt abzuwarten, ob sich Instagram und Pinterest als Communities langfristig etablieren.  Nicht abwarten heißt es dagegen bei professionellen Kommunikatoren: Sie tun gut daran, der visuellen Botschaft spätestens jetzt den Stellenwert einzuräumen, der ihrer Relevanz bei den Addressaten entspricht.

Ein interessanter Artikel zum Thema steht auch hier.

Altbundeskanzler zwitschert nicht

Altbundeskanzler Helmut Schmidt steht dem Internet laut „Zeit Magazin“ ambivalent gegenüber und bevorzugt den Brief als nonverbale Kommunikationsform. Ein Handy – geschweige denn ein Smartphone – kommt ihm nicht ins Haus und seine Facebook-Seite mit aktuell 43.509 „Gefällt-mir“-Angaben ist ihm auch schnuppe. Nun ist Schmidt seit Menschengedenken für seine zuweilen exorbitante Verbal-Brachialität bekannt, die ihm den Spitznamen „Schmidt Schnauze“ eingetragen hat. Aber Schmidt wäre nicht Schmidt, wenn er nicht auch mahnende Worte an seine Leserschaft richten würde. So führe das Twittern zu spontanen Reaktionen ohne langes Nachdenken. Und das wiederum zu abnehmender Qualität. Da wollen wir ihm nicht gänzlich widersprechen. Aber sei’s drum – have you had your tweet today?

Startschuss bei Facebook

Seit dieser Woche hat unser Deutschland Netzwerk auch eine eigene Facebook-Präsenz: Die „Euro RSCG Deutschland“-Seite lädt alle Kollegen, Ehemalige, Freunde und natürlich Fans hier zu regem Austausch und spannenden Diskussionen ein. Zum Start gibt es außerdem stylische Preise: Die ersten 100 Fans haben die Chance auf ein „rockiges“ Shirt. Also, schnell liken und mitmachen!